In den letzten Jahren gab es manchmal Empfehlungen, die Beikost über den vollendeten vierten Lebensmonat hinaus zu verzögern, um das Kind vor Allergien zu schützen. Dafür gibt es heute keine gesicherten Belege mehr. Beikost kann deshalb bei Bedarf ohne Bedenken und ohne Einschränkung ab Beginn des fünften Monats gefüttert werden. Aber auch ein späterer Beginn bis Anfang des siebten Montats ist okay.

Man kann durchaus bei der Beikost jeden Tag etwas anderes geben, insbesondere bei Gemüse und Fleisch sowie Fisch variieren. Auch Getreideprodukte kann man dann in kleinen Mengen schon geben. Neue Erkenntnisse zeigen, dass kleine Getreidemengen solange noch gestillt wird das Zöliakierisiko senkt (Glutenunverträglichkeit). Das Meiden von potentiell Allergien auslösenden Nahrungsmitteln wie Hühnerei oder Fisch nicht mehr empfohlen. Nüsse sind allerdings schon wegen der Gefahr des Verschluckens für Säuglinge und Kleinkinder mindestens bis zum dritten Lebensjahr verboten.

 

Wie soll unser Baby anfangen mit der Beikost?

Kinder- und Jugendärzte empfehlen, zwischen dem fünften und siebten Monat einen Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei als ersten Brei einzuführen. Für eine vegetarische Ernährung füttere dein Baby mit einem vegetarischen Gemüse-Kartoffel-Getreide-Brei. Allerdings muss die Eisenversorgung bei einer vegetarischen Ernährung sorgfältig überwacht werden. Eine rein vegane Ernährung führt zu Unterversorgung deines Babys mit wichtigen Nährstoffen, zu Untergewicht und Störungen der Hirnentwicklung. Am besten ersetz du als erstes die Milchmahlzeit am Mittag durch Brei, denn dann sind die meisten Babys wach und gut gelaunt.

 

Wie gewöhnen wir unser Baby an den neuen Geschmack?

Serviere die neuen Lebensmittel nach und nach, damit sich der Verdauungstrakt langsam daran gewöhnt. Die schrittweise Einführung neuer und vielfältiger Zutaten nach der ersten Gewöhnung an den Brei unterstützt auch die Entwicklung eines gesunden Geschmackssinns.

WICHTIG: Am Anfang keine Zusätze
Zum Beikosteinstieg sollten die Rezepturen besonders pur sein, ohne Zusätze wie Salz, Zucker, süßende Saftkonzentrate oder Bindemittel. So lernen Babys den natürlichen Geschmack der Lebensmittel kennen.

 

Die zweite und dritte Brei-Mahlzeit

Einen Monat nach der Einführung des ersten Breis kannst du eine weitere Milchmahlzeit durch einen Milch-Getreide-Brei ersetzen. Ihm folgt als dritter Brei ein milchfreier Getreide-Obst-Brei, der eine weitere Milchmahlzeit ersetzt. So bekommt dein Baby alle Nährstoffe, die es zu einer ausgewogenen Ernährung braucht. Die restlichen Mahlzeiten werden weiterhin als Muttermilch oder Säuglingsmilch gegeben. Ab dem zehnten Monat kannst du die Breimahlzeiten langsam durch die ganz normale Familienkost ersetzen.

 

Müssen wir uns Sorgen machen, wenn unser Baby zu Allergien neigt?

Nein. Grundsätzlich eignet sich der Ernährungsplan auch für die Ernährung von Babys mit Allergiegefährdung. Durch die schrittweise Einführung neuer Nahrungsmittel merkst du schnell, wenn dein Baby z. B. ein Gemüse oder eine bestimmte Frucht nicht verträgt. Dann ersetzt du diese durch etwas anderes. Liegt bereits eine Nahrungsmittelallergie vor, müssen die nicht vertragenen Lebensmittel selbstverständlich vermieden werden.

 

Selber kochen oder kaufen?

Du kannst dein Baby mit selbstzubereiteter oder industriell hergestellter Beikost ernähren. Rezepte für die Selbstzubereitung liefert das Forschungsinstitut für Kinderernährung Dortmund (FKE): www.fke-do.de. Bei der Selbstzubereitung bestimmen Eltern die Auswahl der Zutaten selbst und können für eine große Vielfalt sorgen. Das Baby akzeptiert dann auch später neue Lebensmittel leichter.

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