Auch wenn es immer wieder bestritten wird: Babys können von Geburt an sehen. Sie können Farben, Formen und Muster, insbesondere Hell-Dunkel-Kontraste unterscheiden – und am liebsten sehen sie menschliche Gesichter. Daher ist es ganz besonders wichtig, dass du immer, wenn du das Kind wickelst, fütterst oder mit ihm spielst, Blickkontakt hältst und deine Augen mit den Augen des Kindes kommunizieren. Im Abstand von etwa 20 bis 25 cm sieht dein Baby am schärfsten. Das ist in etwa die Distanz, die Eltern instinktiv wählen, wenn sie sich ihrem Kind zuwenden. Im Laufe der nächsten Monate und Jahre können die Augen immer schärfer und deutlicher sehen. Und das Gehirn lernt, die optischen Reize zu verarbeiten. Mit zunehmender Sehfähigkeit wächst auch die Neugier des Babys auf seine Umwelt. Es beginnt nach Dingen zu greifen, schaut sich an, was es in den Händen hält, und lernt, seine Hände und schließlich auch Augen und Hände immer besser zu koordinieren.

 

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Je früher Fehlsichtigkeit, Schielen oder andere Beeinträchtigungen erkannt und behandelt werden, umso größer ist die Chance, dass sich das Sehvermögen des Kindes optimal entwickelt. Wird zum Beispiel eine Sehschwäche in den ersten drei Lebensjahren entdeckt, kann sie in der Regel vollständig beseitigt werden. Häufig reicht es, wenn das Kind einige Stunden am Tag eine Brille trägt oder das gesunde Auge abgedeckt wird. Kindern mit einem erhöhten Risiko für Augenerkrankungen empfehlen Kinder- und Jugendärzte deshalb eine Kontrolluntersuchung im Alter zwischen sechs und zwölf Monaten.

Als Risikofaktoren gelten zum Beispiel:

– Frühgeburt,
– erbliche Augenerkrankungen in der Familie,
– starke Fehlsichtigkeit oder Schielen bei Eltern oder Geschwistern.

Ebenfalls bei folgenden Auffälligkeiten solltest du die Augen deines Kindes untersuchen lassen:

– wenn dein Baby mit sechs Monaten noch oft schielt,
– wenn es oft blinzelt oder die Augen reibt oder zusammenkneift,
– wenn seine Augen unterschiedlich groß sind,
– wenn es ständig mit schräg gehaltenem Kopf schaut oder seine Augen zittern,
– bei äußerlichen Auffälligkeiten der Augen, wie zum Beispiel Hornhauttrübung, weißlich-grau verfärbte Pupillen, große lichtscheue Augen, Lidveränderungen, die ein Auge verdecken,
– bei Augenentzündungen.

Auch bei jeder Früherkennungsuntersuchung wird das Sehvermögen deines Kindes überprüft. Wenn du unsicher bist, ob dein Kind gut sieht, sollten Sie dies bei der Vorsorgeuntersuchung zur Sprache bringen und abklären lassen.

 

Wenn ein Kind kaum oder gar nichts sieht

Jährlich kommen in Deutschland etwa 160 Kinder blind auf die Welt, das entspricht zwei von 10.000 Kindern. Die Anzahl stark sehbehinderter Kinder wird auf vier- bis sechsmal so hoch geschätzt. Betroffene Eltern sollten sich frühzeitig beraten lassen, wie sie ihr sehbehindertes oder blindes Kind bestmöglich unterstützen können und welche Möglichkeiten der Frühförderung es gibt. Neben speziellen Einrichtungen und Frühförderstellen bieten Fachverbände, Selbsthilfegruppen und Elternvereinigungen betroffenen Eltern Unterstützung und Erfahrungsaustausch.

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