Wie bringen wir unser Baby zum Ein- und Durchschlafen?
Kaum ein Thema bewegt junge Eltern mehr als der Schlaf ihres Kindes. Leider gibt es keinen Trick, der alle Kinder zuverlässig schlummern lässt. Dennoch müssen Eltern nicht auf ruhige Nächte verzichten.

 

Jedes Baby schläft individuell

Ungerecht, aber wahr: Es gibt Babys, die kurz nach der Geburt nachts durchschlafen. Die meisten Kinder können es irgendwann gegen Ende des ersten Lebensjahrs, manche auch erst später. Alles normal. Wie schnell ein Baby selbständig ein- und durchschlafen kann, hängt mit seiner Fähigkeit zusammen, sich selbst zu regulieren. Diese Fähigkeit entwickelt sich bei jedem Kind anders. Du kannst dein Baby aber dabei unterstützen.

 

Babys brauchen weniger Schlaf, als ihre Eltern denken

16,5 Stunden schläft ein Neugeborenes im Schnitt, mit drei Monaten sind es 15, mit neun Monaten 14 Stunden. Wenn ein Kind tagsüber viel schläft, ist die Nachtruhe entsprechend kürzer. Von Durchschlafen spricht man bereits, wenn das Baby sechs Stunden “am Stück” schläft. Es gibt aber auch Kinder, die mit weniger Schlaf auskommen und trotzdem bestens gedeihen.

 

Babys wollen nachts nicht allein bleiben

Dass im eigenen Zimmer schlafen und nicht in großer Runde am Lagerfeuer, ist eine relativ moderne Entwicklung. Weltweit gesehen ist die gemeinsame Nachtruhe die Regel: Das Baby schläft im selben Raum wie seine Eltern oder zumindest in unmittelbarer Hörweite der Großen. Wie nah du dein Baby bei dir haben möchtest, musst du selbst entscheiden. Das Schlafen im Elternbett wird von Fachleuten heute auch unter dem Aspekt des plötzlichen Kindstods eher kritisch gesehen und wird von Kinder- und Jugendärzten nicht empfohlen.

 

Ein fester Tagesablauf gibt Orientierung

Versuche möglichst von Anfang an, durch feste Schlaf- und Still- bzw. Fütterungszeiten einen regelmäßigen Tagesrhythmus zu schaffen, an dem sich dein Baby orientieren kann.

 

Müdigkeitssignale nicht verpassen

Am Anfang sind Babys von dieser Welt so überwältigt, dass sie überall einschlafen: an Mamas Brust, auf Papas Arm. Das ist gemütlich und so lange in Ordnung, wie die Eltern ihrem Kind diese Nähe gönnen möchten. Aber irgendwann ist es Zeit fürs Bettchen. Wenn das Baby gähnt oder sich die Augen reibt, wird es wach ins Bett gelegt. Wichtig ist, den müden Moment nicht zu verpassen. Ist das Baby erst mal über den richtigen Moment hinweg, protestiert es wahrscheinlich dagegen, hingelegt zu werden.

 

Auf den Schlaf einstimmen

Durch immer gleiche Abläufe beim abendlichen Schlafengehen entsteht bei deinem Kind das Gefühl von Regelmäßigkeit und Verlässlichkeit. Ausziehen, waschen oder baden, Zähneputzen (wenn schon welche da sind), kuscheln und schmusen können die letzte Stunde vor dem Schlafengehen für dich und dein Baby zu einer sehr schönen, intensiven Zeit machen. Dein Baby wird sich immer besser darauf einstellen.

 

Einschlaf-Rituale geben Geborgenheit

Zu diesen immer gleichen Abläufen am Abend gehört auch das immer wiederkehrende Einschlafritual: Singe ihm zum Beispiel nach dem Hinlegen noch ein Gute-Nacht-Lied vor, bete oder erzähle ihm, wenn es schon etwas älter ist, eine Gute-Nacht-Geschichte. Das Ritual sollte nicht zu lange dauern. Wenn dein Baby ruhig und entspannt ist, verabschiede dich mit einem Gute-Nacht-Kuss von ihm und gehen aus dem Zimmer.

 

Sicher durchschlafen

Zwischen den einzelnen Schlafphasen wacht dein Baby auf. Damit es dann nicht die Nacht zum Tag macht, solltest du

– nachts nur mit leiser Stimme das Allernötigste mit ihm reden und allenfalls ein gedämpftes Licht anmachen,
– es nur stillen bzw. füttern, nicht mit ihm spielen,
– nur wickeln, wenn es nötig ist.

 

Im Zweifelsfall: den Kinder- und Jugendarzt um Rat fragen

Wenn du dir Sorgen über das Schlafverhalten deines Kindes machst oder du dich hierdurch besonders belastet fühlst, solltest du mit eurem Kinder- und Jugendarzt darüber sprechen. Dazu solltest du zuvor ein Schlafprotokoll führen, das du in der Praxis erhältst.

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